Konzerte abgesagt

Leider muss BERLIN DISKRET die Konzerte im September auf dem Potse/Drugstore-Festival (Berlin) sowie im November auf dem Poor&Weird-Festival und im Brückenkopf (Torgau) absagen. Don Lotzo, unser Bassist, ist krank und muss eine längere Erholungspause einlegen. Aber keine Bange, wir machen weiter! Don Lotzo, werd schnell gesund! Die anderen BERLIN DISKRETIS senden dir die allerbesten Genesungswünsche!

Leute! Kommt trotzdem zum tollen Potse/Drugstore-Festival! Vom 13.-15. September. Unterstützt D.I.Y.-Punk und nicht-kommerzielle, gentrifizierungsbedrohte Jugendzentren! Und besucht das Poor&Weird-Festival, wird ne tolle Show!

Lotzestraße

22.07.18: Berlin Diskret auf dem Schokoladen-Hoffest

Unversehens war es Hochsommer geworden. Die tote Zeit der Kneipensitzer. Alle Leute liegen an Baggerseen oder stehen vor Festivalbühnen. In der Stadt aber passiert rein gar nichts. Außer: das Schokoladenfest vom 20. bis 22. Juli. „Leute, vergesst nicht: Wir treten da am nächsten Sonntag auf! 22. Juli 2018, 17:00 Uhr, Ackerstraße 169, Berlin-Mitte. Wir müssen unbedingt üben!“ Herr Bottrop ruft alle an.

Zwanzig Minuten später steht Asphalt Tiger vor dem Proberaum und klingelt. The Artist formerly known as Metal Warrior macht ihm auf: „Na! Lange nicht gesehen!“ – „Na! Stimmt!“, sagt der Asphalt Tiger. Seit ihrer Record Release Party sind mehr als zwei Monate vergangen. „Na!“ – „Na!“ – „Hey!“ – „Hey!“ Die anderen DISKRETIS, Don Lotzo und Herr Bottrop, sind schon im Proberaum. Nur Schmelzi Käsefaust ist auf einem Festivalgelände.

Berlin Diskret Probe 1

 

Abb.: Schmelzi Käsefaust während der Probe

Schnell stimmen alle ihre Instrumente. Der rostige Stahl der Saiten ächzt und windet sich, doch schnell sind alle in tune. — „One, two, three, four!“ The Artist zählt mit seinen Schlagzeugstöcken aus unverwüstlichem dreitausendjährigen Redwoodholz erbarmungslos an, und dann brettern die BERLIN DISKRETIS los: volle Kanne. Ohne einen einzigen Fehler ziehen sie ihr Programm durch. „Und jetzt?“, fragt Don Lotzo verdutzt. „Nochmal!“ Nachdem sie alles fünfmal fehlerlos durchgespielt haben, merken sie: Die Sommerpause hat ihnen gut getan!

Das Set der BERLIN DISKRETIS ist durchs lange Nichtstun viel, viel besser geworden, und die DISKRETIS spielen es mit traumwandlerischer Sicherheit. In der Sommerpause ist jeder seinen eigenen Projekten nachgegangen: Ameisen im Park beobachten, Beethovens Ursonaten auf der Ukulele spielen, den Bieryogakurs wiederholen. Doch jetzt sind sie alle wieder in der schattenlosen Gegenwart des Hier und Jetzt. Gespannt wie schattenlose Panther warten sie nur noch darauf, am nächsten Sonntag auf die Bühne zu springen.

„Ob unser Sänger das hinkriegt, so ganz ohne Probe?“ Don Lotzo ist unsicher. Auf dem Festivalgelände hat Schmelzi Käsefaust keinen Telefonempfang, sonst hätte er einfach durchs Händy mitsingen können (wie einst HR von den Bad Brains, der jedoch ausm Knast und nicht aus der Pampa sang)! „Klar doch, der kriegt das hin!“, beschwichtigt Herr Bottrop: „Im D-Zug nach Berlin hat er genügend Zeit, um alles nochmal durchzusingen.“ – „Stimmt!“, pflichtet ihm Asphalt Tiger bei: „Der beste Ort, um Singen zu lernen, ist im Zug, mit lauten Kopfhörern auf.“ – „Stimmt!“ – „Genau!“ – „Wo sonst!“: Sämtliche DISKRETIS wissen das aus langjähriger Erfahrung.

Noch einmal gehen sie die Setliste durch (summen, die Köpfe eng überm Papier zusammengesteckt, leise mit: pure Magie!): „Mit welchem Ton hört Taubenscheiße eigentlich auf?“ Don Lotzo ist sich plötzlich nicht mehr sicher. „Na, ist doch klar: mit P!“ The Artist formerly known grinst geheimnisvoll. Die beiden Gitarristen schauen sich irritiert an: „Harmonielehre! Woher hat unser Schlagzeuger plötzlich dieses profunde Geheimwissen? Zwei Monate sind wahrlich keine lange Zeit!“ Glimmende Funken tänzeln auf einmal durch den dunkeln Raum, leise Stimmen wispern von überall. Die BERLIN DISKRETIS rätseln, doch sie spüren: Ihre Band ist während der Sommerzeit gereift, ist weiser geworden, älter, klüger … „Und gebräunt!“, wirft Metal Warrior ein. Nichtstun tut gut!

Seht selbst!

Am Sonntag, 22. Juli 2018, ca. 17:00 Uhr, beim 28. Schokoladen-Hoffest, Ackerstraße 169, Berlin Mitte

„16 Uhr ist Soundcheck! Seid bitte alle pünktlich!“, schärft Herr Bottrop den andern DISKRETIS ein. „Wann kommt der Zug von unserm Sänger eigentlich am Hauptbahnhof an?“, fragt Don Lotzo. – Keiner weiß es. „Ruf ihn doch mal an!“ – Tut, tut, tut, Ratlosigkeit: „Kein Empfang!“

Record Release Party! 5. Mai!

Berlin Diskret Plattentaufe

Die fünf BERLIN DISKRETIS können es nicht fassen. „Boah!“ Die Kisten mit den Schallplatten stapeln sich meterhoch rund um das Proberaumsofa, und auch der Proberaumsofatisch ist voller Schallplatten. „GOLD! GOLD! GOLD!“ Jubelnd hebt Herr Bottrop das goldene Vinyl der Sonderpressung mit beiden Händen hoch in die Luft. Don Lotzo schnuppert derweil mit weit aufgesperrten Nüstern in eine Plattenhülle nach der andern rein: „Herrlich! Riecht besser als die Olivenhaine des Alentejo in der glühenden Nachmittagssonne!“ Asphalt Tiger kniepst innig vertieft mit den Fingern das Verpackungsmaterial, Blister für Blister, bis es platzt; er kann gar nicht aufhören. Schmelzi Käsefaust badet seine Hände gerade in einer Kiste mit MusiKassetten (magentarote Hüllen!) und gibt brummelnde Wohlfühlgeräusche von sich.

„Jungs! Seid mal ruhig! Die VASECTOMIE SISTERS sind am Telefon, und ich versteh kein Wort!“ The Artist formerly known as Metal Warrior presst den Telefonhörer ans Ohr. Lauschend starrt er in den Raum, die anderen DISKRETIS schauen ihn gebannt an. Endlich: „Zusage! Die VASECTOMIE SISTERS legen Platten auf unserer Plattentaufe auf! Das Programm ist komplett!“

„Jippie!“ Die fünf DISKRETIS geben sich High Five. Ihre RECORD RELEASE PARTY wird ein Hit! Herr Bottrops anderes Projekt, die fabelhaften ACHT EIMER HÜHNERHERZEN, werden den Abend mit ihrem „Nylon-Punk“ eröffnen. Sie haben justemang ebenfalls eine Schallplatte veröffentlicht, das heißt: das wird gleich eine doppelte Plattentaufe.

Ebenfalls mit dabei sind die großartigen EASTIE ROIS. Deren neue Platte erscheint zwar erst im Sommer, aber es schadet ja nichts, sich schon mal daran zu gewöhnen, wie großartig sich Plattentaufefeiern anfühlen. Feel the feeling !!! Außerdem werden die BERLIN DISKRETIS einige der tollsten Lieder ihrer neuen Scheibe spielen. Wer sie schon kennt, darf ruhig mitsingen!

Nochmal zum Mitschreiben:

PLATTENTAUFE

Berlin Diskret, Eastie Rois, Acht Eimer Hühnerherzen, DJ Set: Vasectomie Sisters

Samstag, 5. Mai 2018, in den Räumen des Bei Roy e.V., Ziegrastraße 13 (nahe S Sonnenallee)

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UND ÜBRIGENS: Bereits eine Woche vorher, am 28. April, gibt es eine weitere supergeile Record Release Party! Die „VERBOTEN IN DEUTSCHLAND 2“ Compilation wird just an diesem Tag erscheinen — ein Grund, die Kronkorken knallen zu lassen!

Mit Dr. Urban, Ponys auf Pump und Gulag Beach. DJ: Toni Magenta. Geplant ist, dass alle Texte der Scheibe (bzw. die wo es sich lohnt) in literarischer Form verlesen werden.

Samstag, 28. April 2018, in der KvU.

KOMMT ALLE !!!

Die neue Platte ist da!

Es ist kaum zu glauben: die neue Platte von Berlin Diskret ist da! Es gibt sie in jedem gut sortierten Schallplattenladen, bei unserem Lieblingslabel Twisted Chords direkt oder auf einem der zahlreichen Livekonzerte der Berliner Topband BERLIN DISKRET, die in naher Zukunft stattfinden werden – bestimmt irgendwann auch in deiner Hometown, wo du ARBEITEN UND WOHNEN tust! Yeah!

Berlin Diskret Arbeiten und Wohnen Gold

Abb.: Beweismaterial, dass es sie wirklich gibt: die Goldene Schallplatte von BERLIN DISKRET. Schon bevor die allererste zweite Schallplatte von BERLIN DISKRET überhaupt verkauft oder verschenkt worden war, hatten die Jungs von BERLIN DISKRET die goldene Schallplatte verliehen bekommen, was heißt verliehen: erteilt! — direkt vom Presswerk, ohne lästige Umwege über Hitparaden, Chartrankingbehörden und sonstige Preisverleihungsinstanzen. Was heißt: Eine goldene Schallplatte? I wo: derer gleich fünfundsiebzig! Das muss BERLIN DISKRET und seinem glorreichen Plattenlabel TWISTED CHORDS erst mal jemand nachmachen. Großes Wow!

Unsere neue Platte: PREORDER

„Hey, Jungs!“ Herr Bottrop reißt die Tür zum Proberaum auf. Er ist ganz außer Puste. „Twisted Chords hat angerufen! Am 9. März erscheint unsere neue Platte!“

Im DISKRETI-Proberaum kann Bottrop erst mal nichts erkennen, alles finster, Tiefkühlkälte weht ihm entgegen. Endlich sieht Herr Bottrop in der Finsternis weißen Rauch aufsteigen. Ein Lebenszeichen: The Artist formerly known as Metal Warrior atmet langsam aus. Peu à peu erwachen auch die andern BERLIN DISKRETIS aus ihrer Winterstarre; zaghafte erste Bewegungen, Ächzen. „Am 9. März! Echt!?“ Die DISKRETIS reiben sich die Augen und blinzeln ungläubig ins helle Licht, das Bottrop per Lichtschalter angeknipst hat. „Ja! Und wisst ihr was: Unsere Fäns können die Platte sogar jetzt schon preordern! Die Preorders gehen schon ab 5. März raus.“ Herr Bottrop jubelt. — „PREORDERN?“ Die DISKRETIS, in dicke, warme Bandraumwolldecken auf der Bandcouch eingehüllt, sind am Rätseln. Im Bandraum ist es eisekalt, die Gitarren und Schlagzeugteile sind am Boden festgefroren. An ihrem Atem sieht man, wie ihre Gedanken Form annehmen, aber sogleich erstarren. „Ja, klar! Preordern! Sagt bloß, ihr wisst nicht, was PREORDERN ist?“

Asphalt Tiger zieht ein dickes Vogellexikon unter der Wolldecke hervor. „Hm, PRIROL; auffallendes gelbes Gefieder. Auch Oriolus oriolus, Vorkommen im Norden und Westen Eurasiens, Brut- Sommervogel … Hä?“ — Schmelzi Käsefaust runzelt die Stirn: „Hast du Bohnen auf die Ohren? PREROW! Prerow, Seebad an der Ostsee zwischen Rostock und Stralsund! Schön ist’s da: Strand und Bodden!“

Preorder 2

Schmelzi strahlt übers ganze Gesicht, doch Don Lotzo schüttelt bedächtig den Kopf: „PREORDER, das heißt so viel wie vorbestellen. Reservieren.“ Mit ruhiger Stimmer erklärt er: „PREORDER ist ungefähr das Gegenteil von Last Order. Während bei Last Order das Glas nochmal voll wird, dann aber für immer leer bleibt, ist bei PREORDER das Glas noch eine Weile leer; man muss nur warten, aber dann wird es sehr, sehr voll. Natürlich in übertragenem Sinne.“

Preorder 3

Erst zweifeln die Jungs von BERLIN DISKRET, aber dann können sie sich das gefüllte Glas sehr gut vorstellen. „Mit Schaum!“ Schnell machen sie einige Turnübungen, damit ihnen warm wird. Dann treten sie aus dem Bandraum ins helle Tageslicht: „Jippie! PREORDERN!“

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Pregeordert werden kann „Arbeiten und Wohnen“, unsere neue BERLIN DISKRET Platte, direkt bei TWISTED CHORDS, und zwar in schwarzem Vinyl, in violettem Vinyl (Auflage: 75 Stück, kommt zum Internationalen Frauentag), und sogar in goldenem Vinyl (der Wahnsinn !!! — Auflage: 75 Stück). Oder aber natürlich als gute, alte MusiCassette (limitiert). Yeah!

Achtung, neue Schallplatte von BERLIN DISKRET!

Berlin Diskret Arbeiten und Wohnen

Die neue LP von BERLIN DISKRET heißt ARBEITEN UND WOHNEN und erscheint im März 2018  bei Twisted Chords. Dreizehn großartige Musikstücke sind drauf. Eine MusiCassette gibts auch wieder. Die Jungs von BERLIN DISKRET sind vor Vorfreude ganz aus dem Häuschen: Jippie!

Damit ihr ahnen könnt, wie dufte die Platte wird, hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack: 20 Jahre Fernseher!

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Weihnachten mit Berlin Diskret

Berlin, Weihnachten 2017. Die fünf BERLIN DISKRETIS sitzen im Proberaum auf ihrem Bandsofa und lassen das vergangene Jahr Revue passieren. Schmelzi Käsefaust hat auf einer Kreuzfahrt Freundschaft mit David Hasselhoff geschlossen, dem Mann, der 1989 die Berliner Mauer zum Einsturz gebracht hat. Schmelzi hätte fast verraten, wie „The Hoff“ ihm verraten hat, wie er zu seiner weltberühmten schwarzen Lederjacke und schwarzen Badehose kam, die spätestens seit seiner Rolle als Dr. Snapper Foster – wir erinnern uns: der jugendliche Casanova in der Sat1-Serie Schatten der Leidenschaft – Symbole seiner Sexiness sind: 1977 … New York … C.B. … „G.B.s ???“ Don Lotzo kann es nicht fassen! Doch als seine Bandkollegen Schmelzi Käsefaust bedrängen, mehr zu erzählen, lächelt der BERLIN DISKRET-Sänger nur sein honigsüßes Lächeln und schweigt, geheimnisvoll. Ob es wohl stimmt, was letztens in der Gala stand: dass Schmelzi Käsefaust an einer Hasselhoff-Biographie schreibt, die die Geschichtsschreibung des Punk revolutionieren wird?

Herr Bottrop wiederum war während seines 2017er Sommerurlaubs in den sonnigen Wäldern Südeuropas einem ostdeutschen Punk begegnet, der in einer schattigen Lichtung eine Schleimkeim-Kassette auf seinem batteriebetriebenen Kassettenrekorder hörte. Eine Schleimkeim-Szene sei dort am Wachsen, von der hierzulande noch niemand etwas ahne! Die anderen vier DISKRETIS staunen mit offenen Mündern. Asphalt Tiger seufzt erleichtert, aber aus anderen Gründen. War doch in den letzten Monaten seine Überzeugung gewachsen, es gebe in Südeuropa nach den Waldbränden, die in der Zeitung standen, gar keine Wälder mehr, sondern nur noch Sand! Und auch der schwinde zusehends dahin. In irgendeiner Zeitschrift hatte er gelesen, 2030 werden nicht nur sämtliche Vorräte an Erdöl, Gas und Kohle aufgebraucht sein, sondern auch die an Sand! Don Lotzo fühlt mit: „Ach du Scheiße! Kein Sand – kein Glas – keine Bierflaschen! Das ist das Ende der Punkbewegung.“ –

„Moment!“ The Artist formerly known as Metal Warrior unterbricht das betretene Schweigen mit einem tiefen Griff in seinen Rucksack: „Wenn es keinen Wald und keinen Sand mehr gibt, gibt es immer noch Hightech!“ Er reicht jedem DISKRETI einen nagelneuen Getränkebehälter aus Leichtmetall. Die Fünf von BERLIN DISKRET jubeln: Die Behälter sind rund, glatt, futuristisch kühl, und es passt genau ein halber Liter rein! Die Zukunft kann kommen!

„Wie findet man eigentlich heraus, wann der Behälter leer ist?“, rätselt Asphalt Tiger. „Du hältst den Behälter an dein Ohr“, träumt Don Lotzo, „… und dann hörst du das Rauschen des Mittelmeers!“ – „Tatsächlich!“ Herr Bottrop strahlt von einem Ohr zum andern. Einzig Schmelzi Käsefaust sieht die technologischen Entwicklungsmöglichkeiten nicht ausgeschöpft: „Also, mein Rauschen des Meeres ist eindeutig zu leise!“ – „Dann musst du eben noch einen Hightech-Behälter trinken!“ The Artist formerly known as Metal Warrior holt jetzt für jeden BERLIN DISKRETI einen neuen aus seinem Rucksack. „Frohe Weihnachten!“

 

Was wird das Jahr 2018 wohl bringen?

Noch haben die fünf DISKRETIS mit dem Bleigießen nicht angefangen, ist schon so viel klar: Anfang 2018 wird die neue Verboten in Deutschland Compilation Teil 2 in den Plattenläden der Republik stehen: 23 Punk-Knaller vom Feinsten. Mit dabei: BERLIN DISKRET!

Und im Februar 2018 kommt die neue Platte von BERLIN DISKRET raus. Sie heißt Arbeiten und Wohnen. Und das Label heißt: wieder TWISTED CHORDS! Jippie! Lasst die Kronkorken knallen!

 

30.11.17: BERLIN DISKRET mit den SWORN LIARS @ Cortina Bob

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„Yeah! Wir spielen mit den SWORN LIARS! Am 30.11. im Cortina Bob!“ Don Lotzo ist begeistert. „Die SWORN LIARS! Was ne geile Band!“, schwärmt Herr Bottrop und schaut sehr verträumt. „Geil. Was heißt eigentlich geil?“ Asphalt Tiger grübelt. „Ich brauche mehr Fakten! Was heißt das: geil!?“

Die BERLIN DISKRETIS sitzen auf ihrem Bandsofa, das sie sich für lange Diskussionen angeschafft haben, und gucken sich fragend an. „Supergeil vielleicht?“, schlägt Schmelzi Käsefaust nach einer längeren Pause vor. Nur mühsam kann er seinen Unmut verbergen. Das Bandsofa ist schon ganz schön durchgesessen. „Denkbeulen“, sagt Don Lotzo dazu. Er hasst diese Diskussionen. „Ich hab‘s!“, deeskaliert The Artist formerly known as Metal Warrior und springt hoch. Schnell hat er die wichtigsten Rocklexika und Diskographien aus der großen BERLIN DISKRET-Bibliothek in der dunkelsten Ecke des Proberaums zusammengesucht. Die Glasplatte des Bandsofatischs biegt sich unter dem Gewicht.

„Sworn Liars, Sworn Liars, Sworn Liars, hmhmhm …“ Die DISKRETIS durchforsten ein Rocklexikon nach dem andern. „Muss wohl ein absoluter Geheimtipp sein“, frotzelt Asphalt Tiger. „Ist halt Underground!“, grinst Don Lotzo. „Noch nicht mal Siegfried Schmidt-Joos kennt die!“, staunt The Artist formerly known as Metal Warrior, als er den letzten Wälzer zuklappt.

„Kinders, so kommen wir hier nicht weiter!“ Herr Bottrop schaut auf die Uhr. – „Moment, Moment, Moment!“ Don Lotzo kramt schon seit geraumer Zeit in seiner geräumigen Manteltasche. „Jetzt hab ich‘s!“ Er wirft eine total zerlesene Schwarte auf den Bandsofatisch.

Die BERLIN DISKRETIS gucken das Ding staunend an, während der Staub sich langsam legt. „Boah! Ist das original?“ – Don Lotzo nickt langsam und würdevoll. „Kann ich mal anfassen?“ Das Ding hat keinen Einband mehr, und auch die Titelseite ist rausgerissen. Auf die völlig zerfledderte erste Seite hat jemand mit großem Filzer „1977“ draufgeschrieben. Andächtige Stille. „Wo hast du das denn her?“, flüstert Schmelzi Käsefaust. „Geheim.“ Don Lotzo kann schweigen. Jetzt befeuchtet er einen Finger und blättert sich durch die Seiten der Musikgeschichte. „S – Sch – SWORN LIARS! Hier haben wir sie doch!“ Alle lauschen mit angehaltenem Atem, während Don Lotzo laut aus dem Buch vorliest:

It seems the world of rock n roll will never be rid of the Moorat Fingers. Right after disbanding many of the members formed the Shakin’ Nasties and then when that was done they moved on to form the ultimate in German punk rock n roll, The Sworn Liars. Back are the gravelly vocals, creepy lyrics, scary guitar licks, and deep thunder of drums. It’s all back mixing several different sounds to recreate themselves as the Sworn Liars they do not hold back, every song is a sonic assault to your senses.

Asphalt Tiger linst ihm über die Schulter. Er kann es kaum glauben, aber hier steht es Schwarz auf Weiß: „Gibt‘s seit 2005. Kommen aus Bremen. Plattenfirma: High Noon & Big Neck Records. Haben sogar eine Bandcamp-Seite!“ Er nickt äußerst zufrieden: „Das nenne ich eine solide Faktenlage.“ – „Und? Was haben wir dir gesagt!“ Die anderen DISKRETIS schauen den Asphalt Tiger triumphierend an. „Die SWORN LIARS sind supergeil !!!“

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BERLIN DISKRET & SWORN LIARS * * * Do., 30.11., 19:30 (Show starts early !!!) * * * CORTINA BOB, Wiener Str. 34, 10999 B-Kreuzberg

 

Berlin Diskret auf dem Drugstore/Potse Festival, 14.9.17

Die Bundesrepublik im Sommer 2017. Überkommene Vorstellungen von jugendkultureller Subversion und staatlicher Repression müssen überdacht werden. Kackt der konformistische Nachwuchs der Republik extremistisch ab? Zerfällt unsere Ordnung durch Haschbrüder in Uniform? Gibt es noch Hoffnung für die Jugendlichen, die trotzdem anders sein wollen? Die Antwort vorweg: Ja. Auf dem großen Drugstore-Potse-Festival vom 14. bis 16. September 2017. Mit: Berlin Diskret (und vielen anderen).

Hamburg, im Juli 2017. Junge Polizistinnen und Polizisten aus Berlin rebellieren gegen die menschenunwürdige Unterbringung in Flüchtlingsunterkünften: Wow! Mit Saufen, lautem Singen und schlechtem Sex. „Partypolice!“ Wenige Tage später – die Weltöffentlichkeit blickt auf die Führungspersönlichkeiten, die sich, im feinen dunklen Zwirn gekleidet, um die im knalligen Rot leuchtende Kanzlerin scharen –, haben sie kein Bock mehr auf Autorität. Befehle der Chefs werden ignoriert: massenhafte Krankschreibung, Blaumachen, Absentismus. Diejenigen, die im Dienst bleiben, reagieren mit Befehlsverweigerung und spontanen Arbeitsniederlegungen. Was ist los: Partypolice – die neuen Spontis?

Baden-Württemberg, im August 2017. In der wärmsten Region der Republik, ganz im Südwesten, wo die Schwarzwälder Kirschtorte erfunden wurde, zeigt sich ein vollkommen anderes Bild. Junge Leute werden aus Vereinsheimen in Handschellen abgeführt: vom Tennisplatz, der Kegelbahn, dem Ruderklub. Vereinsmeierei sei extremistisch. Manchen gelingt es, in letzter Sekunde Vereinspokale und Vereinswimpel das Klo runterzuspülen. Beamte, die unverrichteter Dinge abziehen, nehmen sich im Anschluss einige Jugendliche vor, die im Licht der Abendsonne am Dorfweiher angeln, und beschlagnahmen ihre Futterschleudern. „Zwillen – Mordwerkzeug! Abführen!“ Angeln sei extremistisch. Bis Dienstschluss ist noch eine halbe Stunde Zeit. Flugs werden einige St. Georgs-Pfadfinder vom Lagerfeuer weg verhaftet: Pfadfindermesser – extremistisch!

Eine Umwertung der Werte. Der Altpunk atmet auf, als er nach Berlin schaut. Hier ist die Welt noch in Ordnung, denn das Geschäft geht weiter wie bisher.

Berlin, im September 2017. Theaterstätten werden in Volksbühnen umgewandelt, Varieté und Tingeltangel für die Gäste aus Westdeutschland erleben eine neue Blüte. Die Leute wollen was zu sehen kriegen: Tanztruppen, Beinemädchen, Sopräne. „Die Blaumanntruppe“ heißt eines der beliebtesten Ensembles der Hauptstadt, der Schlager der Saison heißt „Fliesenlegerpolka“. Pinkepinke! Kultur spült Geld in die Kassen! Die Mieten steigen.

„Ganz Berlin tanzt auf Tempelhof“, berlinert die neue Volksbühne. Tanzen im Freien: Berlin braucht kein Dach überm Kopf?

Nachdem das Haus Potsdamer Straße 180, in dem das Selbstverwaltete Jugendzentrum Drugstore und die Potse seit 45 bzw. 38 Jahren ihre Räumlichkeiten haben, aus dem Eigentum der Stadt in Privatbesitz überging, läuft der Mietvertrag beider Zentren Ende des Jahres aus; laut Bezirksamt gibt es keine Ersatzobjekte.

Die Existenz beider Zentren – und damit unkommerzieller Freiräume für Jugendliche – ist bedroht: „Seit 1972 organisieren wir uns selbstverwaltet, ehrenamtlich und leisten seitdem unersetzliche Jugendarbeit im Bezirk und in der Stadt“, schreiben die Leute vom Drugstore.

Es ist ja wohl klar, dass Drugstore und Potse unbedingt erhalten werden müssen. Nicht nur, damit die Jugendlichen weiter tanzen können, sondern vor allem, weil Selbstverwaltete Jugendzentren dazu beitragen, dass aus den Jugendlichen mal was Ordentliches wird – richtige Punx zum Beispiel! – und sie nicht, wie etwa die Hamburger Acidpolice und die Schwarzwälder Vereinsmeier, Angler und Pfadfinder, in unkontrollierbare Subkulturen und terroristische Parallelwelten abdriften.

Die Bundesrepublik im Jahre 2017: eine seltsame Gesellschaft! Aber wir geben die Hoffnung nicht auf!

Kommt alle zum großen Potse/Drugstore Festival!

Donnerstag, 14.9.: „Berlin Diskret“ (Punkrock aus Berlin), „Ach was…!“ (Punkrock aus Berlin), „Eat my fear“ (Punk), „Alltagsdasein“ (Möchtegernpunk aus Berlin) + more tba.

Freitag, 15.9.: „Frei Schnauze“ (Politcore, HC-Punk aus Berlin), „Bambi Slaughter“ (Grunge, Noise, Stoner aus Berlin), „Skrts“ (Grunge, Noiserock aus Dortmund), „Gulag Beach“ (Punkrock aus Berlin), „Eskapad“ (Melodic Punkrock aus Arnstadt), „Arsen“ (Rock aus Berlin), „Berlin Blackouts“ (Punkrock aus Berlin), „Totenwald“ (Dark Punk aus Berlin), „Blinker Links“ (Punkrock aus Berlin) + more tba

Samstag, 16.9.: „Sick of Society“ (Punkrock aus Ulm-Augsburg), „Hamburger Abschaum“ (Punkrock aus Hamburg), „Pommes oder Pizza“ (Punk aus Berlin), „Noten Idioten“ (Punk aus Oebisfelde), „Abbruch“ (Punkrock aus Gosen), „Cut my Skin“ (Punk aus Berlin), „Hausvabot“ (Pogopunk aus Berlin), „Lés Pünks“ (Punk mal anders aus Witzenhausen) + more tba.