Die Kassetten sind da!

berlin diskret tape

1969: Als die Astronauten das erste Mal auf den Mond geflogen sind, haben sie den Außerirdischen als Geschenk eine Langspielplatte mitgebracht. Klappe auf, Armstrong springt raus, erste Schritte auf dem Mond: Hüpf! Da stand er dann. Umhängetasche auf, in rotes Geschenkpapier eingewickelte Geschenkeplatte rausholen. Wer nicht kam? Die Außerirdischen. Jeder kennt die Bilder: Armstrong stapft mit riesigen Moonboots auf dem Mond herum. Die Aliens dachten: „Sieht der scheiße aus!“ Was war drauf auf der Platte? Erst kurz vor seinem Tod hat Neil Armstrong das verraten: Natürlich, Woodstock … Keine Außerirdischen? Kein Wunder!

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Zweiter Versuch: 1977. Punkliebhaber atmen auf: Das Jahr des Punk!

Die Raumsonden Voyager 1 und 2 fliegen ins All. Das All wird dunkler, der blaue Planet kleiner. Mit den Sonden werden Goldene Schallplatten ins All befördert. Neben einer Ansprache des Wehrmachtsangehörigen und damaligen UN-Generalsekretärs Kurt Waldheim (geil: „Wir treten aus unserem Sonnensystem ins Universum auf der Suche nur nach Frieden und Freundschaft …“) und typischen Geräuschen von der Mutter Erde (Erdbeben, Donner, Regen, Wind, Tiergeräusche, Trecker, Autos, menschliche Vitalfunktionen und ein heterosexueller Kuss) enthalten die Schallplatten auch Musikaufnahmen. Unter den 27 Musikstücken befindet sich – neben unbestreitbar okayen Kompositionen von Mozart, Beethoven und Bach, dem Initiationsgesang eines Pygmäenmädchens, einem Männerhausgesang aus Neuguinea und aserbeidschanischen Sackpfeifengedudel – jedoch nur ein einziges Lied, das außerirdischen Punks gefallen könnte: Johnny B. Goode von Chuck Berry.

Warum??? Das Album der Sex Pistols kam erst raus, als Voyager 1 und 2 schon etwa zwei Monate lang im All schwebten. Doch die wesentlich geilere Scheibe der Punkband The Damned, Damned Damned Damned, war schon etwa ein halbes Jahr draußen!

Menschliches Versagen ist schuld daran, dass die Goldenen Schallplatten der Voyager nicht viel aufregender als ein beliebiger K-Tel-Hitparadesamplers, eine Arcade-Schlagerrallye oder die Superhits aus Wim Thoelkes Großem Preis ausfielen.

Es ist kein Wunder: Die außerirdischen Jungpunks haben sich die Schallplatten der Voyager, neugierig und weltoffen wie sie waren, zwar mal kurz angehört. Aber richtig gefetzt hat das nicht! Im Vergleich zu dem, was sie seit einiger Zeit auf ihren Kassettenradios aus den Ätherwellen aus dem All mitschnitten – The Clash, Buzzcocks, The Ramones, Dictators und Dead Boys und der ganze heiße Scheiß – war Chuck Berry eben Schnee von gestern, und der alte Schockrocker Kurt Waldheim of SA-Fame hat natürlich bei denen ganz derbe abgekackt. Diese Schallplatten lockten einfach keinen einzigen außerirdischen Jungpunk von seinem heimischen Kassettenrekorder weg, und so blieb die ganze interstellare Punkszene von den Weltraumforschern unentdeckt.

Schade!

Die Kaufkassette von Berlin Diskret jedenfalls, mit allen Titeln ihrer großartigen Scheibe Kurfürstendamnedamnedamned, ist für den sagenhaften Kaufpreis von nur 5 Mark, sorry: 5 Euro — bei Twisted Chords erhältlich! Auf 100 Stück limitiert, Vierfarbcover, blaue Tapes und blaue Hüllen. Sieht dufte aus, fühlt sich gut an.

Holt sie euch! Schnell! Ihr außerirdischen Jungpunks.

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„There’s aliens in our midst / where they come from, no-one knows“ (The Twinkeyz)

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